Dienstag, 11. Dezember 2007

Eine Nudel ist eine Nudel ist eine Nudel

Die Weinschmecker Nudeln lagen als Dreingabe im letzten Paket vom Wein-Plus Stammtisch. Laut aufgedruckter Zutatenliste ist die Pasta aus Hartweizengries, Frischei, Traubenzucker, Traubenkernmehl, Gewürzen und immerhin 10% Wein gefertigt. Da ich bislang an solchen Kreationen noch nicht wirklich den guten Geschmack fand, der vor allem auch den exorbitant höheren Preis rechtfertigen würde, gehe ich dementsprechend skeptisch ans Kochwerk.

NudelPackung

Schwarze Nudeln mit Sepia-Tinte, Rote mit Rübensaft und Chili, Grüne mit Spinatextrakt, Gelbe mit Safran und Kurkuma - alles wirklich farbenfrohe Versuche, aber gehören diese Zusätze nicht frisch in den Topf und auf den Teller? Mir flattern diese in schönes Verpackungsdesign gehüllten Produkte ja regelmäßig als Geschenk ins Haus, kaufen würde ich die nie - oder eben nur als Geschenk. Können mich die Weinschmecker Nudeln aus Rheinhessen eines Besseren belehren?

Kochloeffel

Bei einer Kostprobe nach etwa 5 Minuten im siedenden Wasser bin ich doch ein wenig überrascht: Die Nudeln riechen und schmecken tatsächlich nach Wein. Aber sie sind natürlich noch mehr als al dente. Also schön weiter köcheln lassen und abwarten. Nach weiteren 5 Minuten bestätigt sich meine leise gehegte Befürchtung. Die Nudeln werden gar und der Wein, oder besser gesagt dessen Aroma, verflüchtigt sich zunehmend.
In einer Beziehung habe ich allerdings jetzt sogar Glück gehabt, denn nun kann ich beruhigt den Rest meiner vor zwei Tagen gekochten Amatriciana-Sauce über die Pasta geben. Ein feines Weinaroma wäre bei diesem Synapsenknaller mehr als auf verlorenem Posten.

NudelnFertig

Die sehr bissfesten Eiernudeln überzeugen aber auch ohne den in die Atmosphäre entwichenen Wein. An frische, hausgemachte Pasta kommen sie sogar sehr nahe heran. Aber Zutaten mit stark flüchtigen Aromastoffen gehören einfach frisch in den Topf! Quod erat demonstrandum.
Die Amatriciana ist in meiner Küche immer gut für ein schnelles Mittagessen. Eine große Zwiebel, zwei dicke Möhren, ein Lorbeerblatt, leicht geräucherten Speck vom Schweinebauch und passierte Tomaten koche ich mit Olivenöl, Oregano, Thymian und Chili bis die Möhrenstückchen noch ordentlich Biss haben. Frischer Parmigiano aus Reggiano rundet das Mahl auf dem Teller für Auge und Gaumen perfekt ab.

Der Schreiber

Lars2007-2

Lars Breidenbach
Autor, Texter & Winzer

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Frisch kommentiert

Für den Praktiker...
... war das Rätsel natürlich zu leicht! Da...
LarsB - 3. Jul, 19:05
Eine Pheromonampulle? Grüße B ernhard
Eine Pheromonampulle? Grüße B ernhard
Bernhard (anonym) - 3. Jul, 18:01
Schreiben..
..brauchst eh nicht so viel, aber ein (oder zwei) Cartoon(s)...
vinissimus - 1. Jul, 12:53
Ich glaube es geht einigen...
Ich glaube es geht einigen Bloggern gerade so. Ich...
Charles B. (anonym) - 1. Jul, 10:34
So was ähnliches...
So was ähnliches hab ich mir auch vorgenommen....
hausmannskost2.0 - 1. Jul, 09:57

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