Dienstag, 18. März 2008

ProWein: Syrah aus Israel

Während die Kanzlerin vor der Knesset spricht, knöpfe ich mir die Weine des Landes vor. Israel ist dieses Jahr in Düsseldorf recht breit vertreten. Ich richte meinen Focus dabei auf die Rebsorte Syrah, die mit den klimatischen Gegebenheiten der trockenen Hochtäler gut zurecht kommt.

Mich überzeugt ein 2005-er Yiron Syrah der Galil Montain Winery. Die Reben des Kibbuz-Betriebes wachsen auf 680 m Höhe und wurden 1995 gepflanzt. Der Wein verweilte nach der Gärung rund 16 Monate in französischer Eiche.

Der Yiron Syrah (15-20.-€) hat Muskeln wie der junge Schwarzenegger und ist extrem würzig, dicht und komplex: Jede Menge Schokolade, Teer und Tabak. Ein Power-Wein mit Tiefe, der durch seinen ellenlangen Abgang besticht. Vergleiche mit erstklassigen Gewächsen von der Rhone muss dieser Syrah nicht scheuen.

ProWein: Einmal Wein mal R hoch 8 = Simply Wine

Simply Wine, eine Gruppierung von 8 Winzern aus 6 Anbauregionen, überzeugt mit perfekt durchgestyltem Messestand und einem gemeinsam erzeugten Wein: "R hoch 8" = ein Riesling, der sich offiziell nicht Riesling nennen darf. Vor dem deutschen Weingesetz ist ein Verschnitt aus Weinen verschiedener Anbaugebiete automatisch ein Tafelwein und der darf keine Rebsortenangabe auf dem Etikett tragen.

SimplyWine

Die Idee wurde von Stuart Pigott entwickelt, der mit seinem Projekt "Wein hilft" Spendengelder für die Deutsche AIDS-Stiftung sammelt. So fließt 1.-€ vom Flaschenpreis (9,90 €) direkt an die Initiative. Meine Verkostungsnotiz des "R hoch 8", Jahrgang 2007: Intensiver Duft von Aprikose und Nektarine, aber auch ein Hauch von Schwefel reizt meine SO2-empfindliche Nase. Das ist ein Indiz dafür, dass der Wein erst vor ein paar Tagen gefüllt wurde. Im Mund präsentiert sich der "R hoch 8" sehr breit und mit viel Schmelz samt saftiger, gelber Frucht. Perfekte Restzucker-Säure-Balance. Mittlerer Abgang. "Nicht schlecht für ein deutscher Tafelwein".

SimplyWineBack

Simply Wine sind: Weingut Bruker (Württemberg), Garage Winery (Rheingau), Weingut Gaul (Pfalz), Hedesheimer Hof (Rheinhessen), Weingut Hexamer (Nahe), Weingut Hofmann (Rheinhessen), Weingut Steitz (Rheinhessen) und das Weingut Willems-Willems (Saar).

Bei Christian Steitz probierte ich drei 2007-er Rieslinge, die mich durchweg überzeugten: Den mineralisch-knackigen "Basis" (5,50€), den elegant-fein-fruchtigen "S" (8,20€) und eine phänomenale Spätlese "Niersteiner Hipping" (12.-€) mit üppigen Aromen von Netzmelone, Kräuter- und Blumenwiese, bei toller Balance und fulminanter Länge.

Steitz

Die Weine der Garage Winery sind stilsicher, tragen Kronkorken und eine eindeutige Handschrift: Satte Fruchtnoten mit einigem Restzucker. Irgendwie sehr barocke Weine, die sicher auch bei den ganz jungen Weinkonsumenten gut ankommen. Mir gefielen besonders der Traminer, die Rosamunde (Spätburgunder Rosé) und ganz speziell der "Kick Starter", ein Riesling Perlwein. Very funny!

Der Schreiber

Lars2007-2

Lars Breidenbach
Autor, Texter & Winzer

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Frisch kommentiert

Für den Praktiker...
... war das Rätsel natürlich zu leicht! Da...
LarsB - 3. Jul, 19:05
Eine Pheromonampulle? Grüße B ernhard
Eine Pheromonampulle? Grüße B ernhard
Bernhard (anonym) - 3. Jul, 18:01
Schreiben..
..brauchst eh nicht so viel, aber ein (oder zwei) Cartoon(s)...
vinissimus - 1. Jul, 12:53
Ich glaube es geht einigen...
Ich glaube es geht einigen Bloggern gerade so. Ich...
Charles B. (anonym) - 1. Jul, 10:34
So was ähnliches...
So was ähnliches hab ich mir auch vorgenommen....
hausmannskost2.0 - 1. Jul, 09:57

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