Wein und Zeit
"Die meisten heutigen Weine sind Konsumware. Im günstigsten Fall sind sie glatt und reintönig, oft genug aber nur bieder ... allenfalls rührselig oder schwatzhaft. Sie dümpeln behäbig auf der Zunge ... Wenn Sie explodieren tun sie es mit der Wucht einer Knallerbse ... Ihnen fehlen Anmut, das Heroische, das Einsame, einfach alles."

Der Buchautor, Journalist und Blogger Mario Scheuermann geht mit dem Wein der Gegenwart hart ins Gericht. Er bezieht deutlich Stellung gegen die Anpassung an das Mittelmaß und den Einheitsgeschmack. Und die Hauptübel macht er fest in der Schnelllebigkeit unserer Epoche und der Unterwürfigkeit der Weinmacher an das Diktat des Marktes. Das High-Speed-Zeitalter hat auch die Weinbereitung beschleunigt, in Ruhe und Würde gereifte Weine sind die große Ausnahme - für diese "aristokratischen" Terroir-Weine bricht Scheuermann die Lanze und reitet dabei, wenn es sein muß, auch gegen Windmühlen.
Neue Trends wie der bio-dynamische Anbau werden bissig und mit großem Wortwitz kommentiert: "... ein von keltischen Druiden und anderen vorzeitlichen Schamanen abgeguckter Spökenkieker-Kram." Aber noch im gleichen Kapitel gesteht der Autor: "... ich muss zur Kenntnis nehmen, dass viele Winzer, deren Weine ich sehr schätze, darauf schwören".

Scheuermanns absolute Stärke ist sicher die Verknüpfung des Weinjournalismus mit Zeitgeschichte, Kultur, Philosophie und Lyrik. Er schafft es mit seinem umfangreichen Wissen und seiner Verkostungserfahrung den vergangenen Epochen und deren Weine neues Leben zu einzuhauchen. Und das ist ein poetisches Lesevergnügen, besonders in den starken zwei Schlusskapiteln des Buches, die sich umfangreich mit der Metaphysik und Mathematik des Weins beschäftigen.
Ein schönes kleines Büchlein für die Zeitreise auf dem Sofa, am besten mit einem flüssigem Stück Zeitgeschichte im Glas als Begleiter! "Wein und Zeit - Von der Kultur des Geniessens" ist ab dem 5. September im guten Buchhandel erhältlich.

Der Buchautor, Journalist und Blogger Mario Scheuermann geht mit dem Wein der Gegenwart hart ins Gericht. Er bezieht deutlich Stellung gegen die Anpassung an das Mittelmaß und den Einheitsgeschmack. Und die Hauptübel macht er fest in der Schnelllebigkeit unserer Epoche und der Unterwürfigkeit der Weinmacher an das Diktat des Marktes. Das High-Speed-Zeitalter hat auch die Weinbereitung beschleunigt, in Ruhe und Würde gereifte Weine sind die große Ausnahme - für diese "aristokratischen" Terroir-Weine bricht Scheuermann die Lanze und reitet dabei, wenn es sein muß, auch gegen Windmühlen.
Neue Trends wie der bio-dynamische Anbau werden bissig und mit großem Wortwitz kommentiert: "... ein von keltischen Druiden und anderen vorzeitlichen Schamanen abgeguckter Spökenkieker-Kram." Aber noch im gleichen Kapitel gesteht der Autor: "... ich muss zur Kenntnis nehmen, dass viele Winzer, deren Weine ich sehr schätze, darauf schwören".

Scheuermanns absolute Stärke ist sicher die Verknüpfung des Weinjournalismus mit Zeitgeschichte, Kultur, Philosophie und Lyrik. Er schafft es mit seinem umfangreichen Wissen und seiner Verkostungserfahrung den vergangenen Epochen und deren Weine neues Leben zu einzuhauchen. Und das ist ein poetisches Lesevergnügen, besonders in den starken zwei Schlusskapiteln des Buches, die sich umfangreich mit der Metaphysik und Mathematik des Weins beschäftigen.
Ein schönes kleines Büchlein für die Zeitreise auf dem Sofa, am besten mit einem flüssigem Stück Zeitgeschichte im Glas als Begleiter! "Wein und Zeit - Von der Kultur des Geniessens" ist ab dem 5. September im guten Buchhandel erhältlich.
LarsB - 31. Aug, 08:08






Wortwitz zur Biodynamik ist allerdings einfach; die Zahl der großen Weine daraus wird aber mehr. Mal sehen, ob die neuen biodynamischen Österreicher durchhalten - ein paar der "alten" Flaschen sind in meinem Keller.
Lust vs. Polemik