Gänseblümchen zum Dessert
In den frühen 1980-er Jahren bildete ich mit ein paar Freunden so etwas wie eine lukullische Vereinigung. Wir fielen mit Vorliebe und unserem gesamten verfügbaren Kapital in die Top-Gastronomie des Münchner Umlands ein. Als Transportmittel diente ein klappriger VW-Bus, dessen Motor regelmäßig an jeder roten Ampel abstarb. Verschärft wurde dieses Problem dadurch, dass der Vierzylinder nur bei kräftigem Anschieben wieder zündete. Für das Sportprogramm bei einem Ausflug in ein mit Michelin-Sternen dekoriertes Restaurant im Voralpenland war also gesorgt.
Vor Ort gab es zwei Menus zur Auswahl: 4 Gänge für knapp 50 Mark oder 9 Gänge für rund 100 Mark. Wir entschieden uns, das große Menü mit zwei Gängen aus dem kleinen Menu zu verlängern und waren auch bei der Weinauswahl nicht knauserig.
Ich gebe zu, ich habe keinen Schimmer mehr, was wir an diesem Abend alles gegessen und getrunken haben. Genial ist es sicher gewesen. An die letzte Flasche des Abends erinnere ich mich aber noch sehr gut, obwohl ich an deren Inhalt gar nicht partizipierte. Denn zuvor hatte ich das falsche Streichholz gezogen und war nun gezwungen, mich mit Kaffee, Wasser und Eisenkrauttee zu vergnügen. Für eine Übernachtung vor Ort war unser Budget zu schmal, da wir lieber in schmackhafte Nahrungsmittel investierten. So fiel mir wegen eines zu kurzen Streichholzes die Aufgabe zu, den klapprigen Bus heimwärts zu steuern.

Meine lieben Freunde zwangen sich also noch eine vorzügliche Flasche Barolo in den Hals, Käse und Dessert waren derweil längst verschlungen. Da fielen unsere verklärten Blicke auf eine kleine Blumenvase, die unseren Tisch verzierte. Der Kräuter- und Pflanzenexperte am Tisch referierte sogleich, das die darin enthaltenen Blumen durchaus essbar seien. Gesagt, getan. Ein Himmelschlüsselchen und Gänseblümchen nach dem anderen fiel der floralen Verkostung zum Opfer.
Da wir schon die Rechnung geordert hatten, betrat alsbald die Chefin des Hauses den Ort des Geschehens. Der nun folgende, kreisende Blick über die leere Blumenvase und auf unsere noch bewegten Kauleisten brannte sich sehr, sehr tief in meinem Festplattenspeicher ein.
Die Heimfahrt verlief relativ ruhig. Kaum waren wir in den VW-Bus eingestiegen, fielen meine Freunde schon in einen komatösen Schlaf. Zurück in der großen Stadt würgte ich an der ersten roten Ampel der Metropole den Motor ab. Es brauchte einige Zeit, die schnarchenden Genossen zu reanimieren. Während des Anschiebevorgangs zog eine Polizeistreife mit Blaulicht an der Szenerie vorbei und verschwand in der Nacht.
Vor Ort gab es zwei Menus zur Auswahl: 4 Gänge für knapp 50 Mark oder 9 Gänge für rund 100 Mark. Wir entschieden uns, das große Menü mit zwei Gängen aus dem kleinen Menu zu verlängern und waren auch bei der Weinauswahl nicht knauserig.
Ich gebe zu, ich habe keinen Schimmer mehr, was wir an diesem Abend alles gegessen und getrunken haben. Genial ist es sicher gewesen. An die letzte Flasche des Abends erinnere ich mich aber noch sehr gut, obwohl ich an deren Inhalt gar nicht partizipierte. Denn zuvor hatte ich das falsche Streichholz gezogen und war nun gezwungen, mich mit Kaffee, Wasser und Eisenkrauttee zu vergnügen. Für eine Übernachtung vor Ort war unser Budget zu schmal, da wir lieber in schmackhafte Nahrungsmittel investierten. So fiel mir wegen eines zu kurzen Streichholzes die Aufgabe zu, den klapprigen Bus heimwärts zu steuern.

Meine lieben Freunde zwangen sich also noch eine vorzügliche Flasche Barolo in den Hals, Käse und Dessert waren derweil längst verschlungen. Da fielen unsere verklärten Blicke auf eine kleine Blumenvase, die unseren Tisch verzierte. Der Kräuter- und Pflanzenexperte am Tisch referierte sogleich, das die darin enthaltenen Blumen durchaus essbar seien. Gesagt, getan. Ein Himmelschlüsselchen und Gänseblümchen nach dem anderen fiel der floralen Verkostung zum Opfer.
Da wir schon die Rechnung geordert hatten, betrat alsbald die Chefin des Hauses den Ort des Geschehens. Der nun folgende, kreisende Blick über die leere Blumenvase und auf unsere noch bewegten Kauleisten brannte sich sehr, sehr tief in meinem Festplattenspeicher ein.
Die Heimfahrt verlief relativ ruhig. Kaum waren wir in den VW-Bus eingestiegen, fielen meine Freunde schon in einen komatösen Schlaf. Zurück in der großen Stadt würgte ich an der ersten roten Ampel der Metropole den Motor ab. Es brauchte einige Zeit, die schnarchenden Genossen zu reanimieren. Während des Anschiebevorgangs zog eine Polizeistreife mit Blaulicht an der Szenerie vorbei und verschwand in der Nacht.
LarsB - 12. Mrz, 10:26





